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Die Gründerinnen der modernen Hospizbewegung

Die Gründerinnen der modernen Hospizbewegung

Dame Cicely Saunders (1918 – 2005)

Cicley Saunders wirkte zunächst als Krankenschwester, Sozialarbeiterin und später als Ärztin. Die Engländerin gilt als Gründerin der modernen Hospizbewegung und damit auch als Initiatorin des heutigen Palliative-Care-Gedankens. Zu einer Zeit, in der der Tod zunehmend tabuisiert wurde, engagierte sie sich für die Verbesserung der Versorgung und Begleitung unheilbar kranker und sterbender Menschen und rückte deren Situation gesellschaftlich in den Fokus.

Lange Zeit war ihr nicht klar, wozu sie berufen war: Das Erlebnis mit dem sterbenden Patienten David Tasma, den sie 1948 kennenlernte und in den sie sich verliebte, brachte ihr Klarheit. Mit dem Satz „Ich möchte ein Fenster in deinem Haus sein“, inspirierte er sie zu ihrem Lebenswerk. Tasma hatte noch sechs Wochen zu leben, war im Alter von 40 Jahren und schenkte ihr 500 Pfund, das Startkapital für ihr Hospiz. Davids Fenster ist heute noch im Empfangsbereich des St. Christopher's Hospice in London zu sehen.

 

 

Hervorragende Leistungen erbrachte Cicely Saunders auch auf dem Gebiet der Therapie: Sie setzte sich für die Nutzung von Opiaten und deren richtige Dosierung ein, merkte aber auch, dass der Schmerz allein nicht reichte. Sie begründete das Konzept des „totalen Schmerzes“, dh sie betrachtete Schmerz als ganzheitliches Phänomen mit körperlichen, emotionalen, sozialen und spirituellen Dimensionen.

Sie war der Überzeugung, dass Menschen auch in ihrer letzten Lebensphase Lebensqualität erfahren können. Ein sehr bekanntes Zitat von Cicely Saunders lautet:

 

„Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind:
Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig!
Und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben,
sondern auch bis zum letzten Leben können.“

 

 

Elisabeth Kübler-Ross (1926 – 2004) 

Elisabeth Kübler wurde am 8. Juli 1926 in Zürich als Drillingsschwester geboren. Nachdem sie ihr Medizinstudium mit der Promotion zum Dr. med. an der Universität Zürich 1957 abgeschlossen und kurzzeitig als Landärztin gearbeitet hatte, heiratete sie 1958 den Arzt Emanuel Ross aus New York, mit dem sie in die USA übersiedelte. Dort wirkte sie in mehreren Stellungen als Psychiaterin in bedeutenden Krankenhäusern und wurde 1985 Professorin an der Universität von Virginia.

 

 

Elisabeth Kübler-Ross beschäftigte sich mit dem Tod und dem Umgang mit Sterbenden, mit Trauer und Trauerarbeit sowie mit Nahtoderfahrungen und gilt als Begründerin der Sterbeforschung. Ihr Ziel war es, von den Sterbenden zu lernen, wie man mit Sterbenden umgeht und welche Hilfe sich diese erhoffen.

Zu diesem Zweck führten sie Interviews mit unheilbar kranken Menschen. Während der Gespräche wurden die Betroffenen direkt auf ihre Gefühle und Gedanken zu Tod und Sterben angesprochen. 1969 veröffentlichte sie in Amerika ihr Buch „On Death and Dying“. 1971 erschien es mit dem Titel „Interview mit Sterbenden“ in deutscher Sprache. Auf der Grundlage ihrer Forschungen und Erfahrungen entwickelte sie ein Verarbeitungsmodell sterbender Menschen und nannte es „Die fünf Phasen des Sterbens“.

Mit ihren Arbeiten hat sie wesentlich dazu beigetragen, eine schrittweise Enttabuisierung dieser Bereiche einzuleiten. Auch die Anfänge der mittlerweile global entwickelten Hospizbewegung wurden stark von ihr beeinflusst. Kübler-Ross steht auch am Anfang der amerikanischen Hospizbewegung. 1973 wird die Modelleinrichtung New Haven eröffnet. Weitere Hospizgründungen folgen.

 
 

Christine Denzler-Labisch (1949 - 2009)

Christine Denzler-Labisch war eine deutsche Krankenschwester, Diplom-Pädagogin, Psychotherapeutin und eine der prägenden Persönlichkeiten der Hospizbewegung in Bayern. Durch ihre Gründungsarbeit und ihr langjähriges Engagement trug sie maßgeblich dazu bei, Hospiz- und Palliativversorgung als festen Bestandteil der Gesundheitsversorgung im Freistaat zu etablieren. 
 
Sie war Geburtshelferin unseres Hospizvereins.